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Gebäudeausstattung aus einem Guss

Gebäudeausstattung aus einem Guss

Für den dritten Bauabschnitt des Bildungscampus Heilbronn hat sedlacek die technische Gebäudeausstattung geplant und realisiert

 

S+P Ingenieure - sedlacek - Referenzen - BildungsCampusHeilbronn

Das Leistungsspektrum von sedlacek

  • Planung und Realisierung der
    Technischen Gebäudeausstattung
  • Planung und Installation der Löschtechnik
  • Entwicklung einer einheitlichen
    Architektur der Gebäudeleittechnik
  • Konzeption und Realisierung leistungsfähiger
    Systeme für Lüftung und Entrauchung
  • Planung und Realisierung von Lösungen
    für Heizung und Kühlung
  • Konzeption für eine dezentrale
    Wasserversorgung
  • Integration der Mess-, Steuer- und Regeltechik
    in die Gebäudeleittechnik

Der Heilbronner Bildungscampus wächst. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Das Großprojekt ist auf mehrere Bauabschnitte angelegt. Drei Bauab-schnitte sind inzwischen abgeschlossen.
Im letzten Jahr sind im Rahmen des 3. Bauabschnitts das Gebäude der LIV Bibliothek sowie zwei Gebäude für Seminarräume, Verwaltung und Rektorat der Hochschule Heilbronn entstanden. Für diese hat die S+P Ingenieure AG „sedlacek“ Heizung, Lüftung, Kälte, Sanitär, Feuerlöschtechnik, Gebäudeautomation sowie die maschinelle Entrauchung geplant und realisiert.

Die Bagger standen schon in den Startlöchern, da hieß es: bitte auch die Feuerlöschtechnik für das Gebäude, in dem auch das Rektorat untergebracht ist, planen. „Das hat bei der eh‘ schon sportlich bemessenen Bauzeitvorgabe erst einmal für allerhöchste Konzentration gesorgt“, sagt Rainer Heidinger. Dem Projektleiter von sedlacek ist es dann aber mit seinem

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Team in kürzester Zeit gelungen, die Planung für die Löschtechnik des Gebäudes aufzustellen, alle damit zusammenhängenden Schnittstellen zu prüfen und einzelne Anforderungen neu zu dimensionieren. So musste beispielsweise die Wasserbevorratung deutlich erhöht und eine Lösung für deren Unterbringung gefunden werden.
Der aufregende Beginn war dann symptomatisch für die gesamte Abwicklung des Projekts. Von März 2017 bis September 2019 waren alle Einzelmaßnahmen zur Technischen Gebäudeausrüstung eng getaktet durchzuführen.  Wegen des Semesterbeginns besaß strikte Termineinhaltung oberste Priorität. Dies führte dazu, dass an eine stringente Zeitplanung der einzelnen Gewerke nicht zu denken war. Zu vieles musste parallel erledigt werden und täglich war mehrmals ad hoc
zu entscheiden, wie was abläuft und wer wo und wie zum Zuge kommt. In den letzten drei Monaten ging es dann zu wie in einem Taubenschlag. „Am Ende war es eine Punktlandung. Während die Studierenden vorne
einzogen, gingen die Handwerker hinten aus den Gebäuden raus“, schildert Rainer Heidinger die Situation. Das anschließende Feintuning erfolgte dann unter laufendem Betrieb. Funktioniert hat das alles nur aufgrund der jahrelangen Erfahrungen und Kompetenz von sedlacek bei der Planung und Realisierung technischer Gebäudeausstattung

und der sehr guten Zusammenarbeit mit Bauherr, Bauleiter und den Bauausführenden. Wöchentliche und zum Ende hin fast tägliche Besprechungen und Baustellenbegehungen sorgten für die notwendigen Abstimmungen, so dass die einzelnen Planungskomponenten nahezu reibungslos installiert werden konnten.

Hohe Lüftungsleistungen

Besonderes Augenmerk bei der Konzeption lag auf der Lüftung. Außen- und Fortluftlufttürme führen frische Luft zu und verbrauchte Luft ab. Sie zeichnen sich durch hohe Lüftungsleistungen aus und verursachen in den Gebäuden keine störenden Geräusche. Frischluft wird dabei über große Lüftungsrohre im Erdreich mit einem Durchmesser von 1,8 Metern angesaugt und über die Außenlufttürme zu den Gebäuden und in die Stockwerke geführt. Bei den beiden Verwaltungsgebäuden wurden die Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) nach dem Prinzip der natürlichen Lüftung und Entrauchung ausgelegt. Die Entrauchung erfolgt über die Fassadenfenster und RWA-Lichtkuppeln. Die LIV Bibliothek ist mit

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drei Dachventilatoren in Brandgasausführung für die Entrauchung ausgestattet. Für die Belüftung der unter den Gebäuden liegenden Tiefgarage sorgen 13 Jet-Ventilatoren. Diese führen die Autoabgase sowie Rauch im Brandfall zielgerichtet auf zwei leistungsstarke Brandgasventilatoren, die in der Stunde jeweils bis zu 35 000 Kubikmeter Luft aus der Tiefgarage herausblasen. Feuerlöschpumpe mit Sanftanlauf
Kern der Feuerlöschtechnik bildet eine Sprinkleranlage mit rund 2000 Sprinklern. Schwerpunkt liegt dabei auf der vollständigen Besprinklerung der Bibliothek. Im Gebäude, in dem auch das Rektorat untergebracht ist, sind nur der Hörsaal und dessen Vorzone im Untergeschoss mit Sprinklern versehen. Dies ist wegen der Versammlungsstättenrichtlinie vorgeschrieben. Die Sprinkler werden von einer Feuerlöschpumpe mit Sanftanlauf bedient. Das hat den Vorteil, dass die Stromzuführung beim Einschalten dosiert erfolgt. Spannungseinbrüche in der Netzspannung werden so vermieden. „Weiterer Pluspunkt ist, dass das Netzersatzaggregat
kleiner dimensioniert werden konnte“, erläutert Dipl.-Ing. Dieter Sedlacek, Vorstandsvorsitzender der Ingenieurgesellschaft.

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Heizkühldecken und Betonkerntemperierung

Die Versorgung der Gebäude mit Heizung und Wärme ist an eine nahegelegene Nahwärmestation der Heilbronner Versorgungs GmbH (HVG) gekoppelt. In den beiden Verwaltungs- und Seminargebäuden wird die
Raumtemperatur über eine Betonkerntemperierung in Kombination mit Gebläsekonvektoren an den Außenfassaden reguliert. In der LIV Bibliothek korrespondieren die Gebläsekonvektoren an der Glasfassade mit den Heizkühldecken auf den insgesamt fünf Geschossen. Für die Kühlung aller drei Gebäude sind auf dem Seminargebäude mit Verwaltung zwei Kältemaschinen mit einer Leistung von je 950 Kilowatt installiert. Sie
sind mit NH3-Ammoniak gefüllt, einem natürlichen Kältemittel. Gegenüber Kohlendioxid, Propan oder einem künstlichem Kältemittel hat Ammoniak viele Vorteile: sehr hohe Umweltverträglichkeit (kein GWP, kein ODP), hohe Energieeffizienz und eine hohe spezifische Kälteleistung. Nachteil: Die Investitionskosten sind etwas teurer und es sind Sicherheitsmaßnahmen innerhalb der Anlage notwendig. Der stechende Geruch von Ammoniak ist allerdings schon bei ganz geringen, ungefährlichen Konzentrationen sehr stark wahrnehmbar, und es kann sofort reagiert werden. „Die Vorteile des Umweltschutzes haben den Bauherrn aber überzeugt, sich für Ammoniak als Kältemittel zu entscheiden“, sagt Rainer Heidinger.

Dezentrale Warmwasserversorgung

Die Warmwasserversorgung der drei Gebäude erfolgt dezentral. An jeden Verbraucher ist ein Durchlauferhitzer angeschlossen. Hebeanlagen für die Untergeschosse sorgen für einen reibungslosen Abfluss der Abwässer. „Vorsorglich haben wir für die Cafeteria in der LIV Bibliothek im Untergeschoss einen Fettabscheider installiert“, erläutert der sedlacek-Projektleiter.

Regenwasser wird in allen drei Gebäuden über ein Unterdrucksystem ohne Gefälle abgeführt. Mess-, Steuer- und Regeltechnik in Gebäudeleittechnik
eingebunden Die hochkomplexe Mess-, Steuer-und Regeltechnik (MSR) für alle drei Gebäude des dritten Bauabschnitts regelt für jeden einzelnen Raum individuell Kälte, Wärme und Lüftung. Weiterhin werden in den Räumen die Blendschutz-Motoren über die Raumbediengeräte angesteuert. Dazu mussten mehrere Unterstationen eingerichtet werden. Über Schnittstellen zur Elektrotechnik steuert die MSR übergeordnet auch die Beleuchtung und die Jalousien. „In den Räumen gibt es für die verschiedenen Funktionen einheitliche Bediengeräte oder Steuertableaus wie etwa im Hörsaal“, sagt Dieter Sedlacek und ergänzt: „Wir haben die gesamte Gebäudeautomation in die zentrale Campus-Gebäudeleittechnik eingebunden, ebenso Regelstrategien um beispielsweise den Energieverbrauch zu optimieren oder Notfallszenarien bereitzustellen“. Auch sind sämtliche Anlagenkomponenten – vom Lüftungsgerät über Heizungsübergabe mit Verteiler bis zur Kälteerzeugung und -verteilung – hinterlegt und visualisiert.
Inzwischen ist das Semester schon fast wieder zu Ende. Die Studierenden nutzen die LIV Bibliothek rege und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung und im Rektorat haben sich an ihren neuen Arbeitsplätzen eingearbeitet. „Wir freuen uns, dass wir die Voraussetzungen dafür mit schaffen
durften – und haben bereits die weiteren Entwicklungen auf dem Bildungscampus im Blick“, so Dieter Sedlacek.

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